| |
|
|
|
|
All Style Karate: (ASK)
All Style Karate fand seinen Ursprung in den USA und
war der Vorläufer des heutigen Kick-Boxens. Sinn und Zweck des All Style
Karate war es, allen Kampfsport-Stilrichtungen zu ermöglichen, in
sportlichen Wettstreit miteinander zu treten.
Einfache aber effiziente Kampfregeln wurden geschaffen, sowie eine
Sicherheitsaurüstung. Das sogenannte Safe-T-Equipment, entwickelt von
Großmeister Jhon Ree, besteht aus Safe-T-Hand und Safe-T-Fuss. Ein
Suspensorium war Pflicht. Kopf- und Mundschutz waren im Semi-Kontakt
optional.All Style Karate entwickelte sich
in den verschiednen Ländern schwerpunktmäßig in unterschiedliche Richtungen.
In Deutschland mehr in Richtung Selbstverteidigung
und nicht
wie in den Ursprüngen in Richtung Wettkampf.
Drei Varianten des All Style Karate wurden ab 1970 in Deutschland
praktiziert:
1.Semi-Kontakt:
Point-Stop: Bei Treffererkennung durch einen
von mindestens 3 Kampfrichtern wird der Kampf unterbrochen. Die Punktvergabe
erfolgt sofort durch Mehrheitsentscheidung der Kampfrichter, also mindestens
2 Kampfrichter müssen den gleichen Treffer gesehen haben. Die Punkte wurden
über die vereinbarte Kampfzeit (in der Regel 2 Minuten,effektiv) am
Kampfrichtertisch registriert und mittels Zählerkladde angezeigt. Der
Kämpfer mit den meisten Punkten hat gewonnen. Bei einigen Verbänden,z.B.IBF,
war es üblich bei einer 4 Punkte Differenz den Kampf wegen "Technischer
Überlegenheit" zum Schutze des schwächeren Gegners, abzubrechen.
Punkte wurden erzielt durch kontrollierte und saubere Hand und Fußtechniken.
Hand - Kopf: 1 Punkt, Hand o. Fuss - Körper: 1 Punkt, Fussfeger nur von
aussen: 1 Punkt, wenn der Gegner zu Fall kam, Fuss - Kopf: 2 Punkte.
2.Semi-Kontakt Durchkämpfen:
Vorstufe zum Full-Contact. Hier lief der Kampf
über die volle Zeit. Kein Stop bei Treffererkennung, sondern verdeckte
Wertung der Kampfrichter. Kontrollierte Schlagstärke war erforderlich. Der
K.O. war nicht das Ziel dieser Variante und wurde auch mit Disqualifikation
bestraft.
3.Full-Contact, das heutige Kick-Boxen:
In den 70er Jahren entwickelte sich das 'All Style
Karate - Semi Kontakt' explosionsartig. Kaum ein Wochenende ohne
Kampfveranstaltungen. Verschiedene Verbände etablierten sich. Landes-,
Europa- und Weltmeisterschaften wurden durchgeführt.
Das Geheimnis dieses Erfolges lag darin, das jeder Kampfsportler relativ
risikolos an den Start gehen konnte. Geschützt durch das Safe-T-Equipment,
die Kampfregeln und die Kampfrichter, konnte Jeder die Fortschritte seiner
Trainingsarbeit gefahrlos im sportlichen Wettkampf testen.
Karate:
Japanisch „leere Hand“ bzw. „ohne Waffen in den
Händen“) ist eine Kampfkunst, deren Geschichte sich sicher bis ins Okinawa
des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt, wo einheimische Traditionen mit
chinesischen und japanischen Einflüssen verschmolzen. Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts fand sie ihren Weg nach Japan und wurde nach dem Zweiten
Weltkrieg von dort über die ganze Welt verbreitet.
Inhaltlich wird Karate durch waffenlose Techniken charakterisiert, vor allem
Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfeger. Hebel und Würfe
werden manchmal ebenfalls gelehrt, selten werden auch Würgegriffe und
Nervenpunkttechniken und die Anwendung von Techniken unter Zuhilfenahme von
Kobudōwaffen geübt.
Recht hoher Wert wird meistens auf die körperliche Konditionierung gelegt,
die heutzutage insbesondere Beweglichkeit, Schnellkraft und aerobische
Belastbarkeit zum Ziel hat. Die eigentliche Abhärtung der Gliedmaßen u.a.
mit dem Ziel des Bruchtests (jap. Tamashiwari), also des aus Film und
Fernsehen bekannten Zerschlagens von Brettern oder Ziegeln, ist heute
weniger populär, wird aber von Einzelnen immer noch enthusiastisch
betrieben.
Der traditionellen Etikette (Reishiki) kommt je nach den Gepflogenheiten des
Dōjō mehr oder weniger Bedeutung zu, obwohl ein Mindestmaß fast immer
beachtet wird. Das moderne Karate-Training ist häufig eher sportlich
orientiert. Das heißt, dass dem Wettkampf eine große Bedeutung zukommt.
Dadurch leidet unter Umständen auch die Vermittlung effektiver
Selbstverteidigungstechniken, die durchaus zum Karate gehören. |