Sturz verhinderte bessere Platzierung

03.09.2002  

Melanie Knopf und Kathrin Mayer blieben bei Weltmeisterschaften in Belgien ohne Medaillen

INLINE-SPEEDSKATING
Für die beiden Speedskaterinnen Kathrin Mayer und Melanie Knopf (TS Bayreuth) stellte die Weltmeisterschaft in Zandvorde (Belgien) den absoluten Saisonhöhepunkt dar. Mit mehr als 30 Nationen und an die hundert Starterinnen allein bei den Damen zeigte sich erneut, dass dieser Sport immer noch weiter wächst.

Die Wettkämpfe fanden auf einer sehr schnellen, leicht überhöhten 200-m-Asphaltbahn statt, die zwar nicht so schwierig zu laufen wie so manche parabolisch überhöhte Bahn, aber dennoch gewöhnungsbedürftig war. Kathrin Mayer, die zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft an den Start ging, sollte sich auf Grund ihrer hervorragenden Leistungen in den Sprintrennen bei den Europameisterschaften auch jetzt auf den Kurzstrecken beweisen.
Im 500-m-Vorlauf gelang ihr nach einem Blitzstart und einem beherzten Rennen, aus dem sie als Siegerin hervorging, auch sicher der Einzug ins Viertelfinale. Dort sah sie sich allerdings gezwungen, von dritter Stelle aus zu attackieren, da sich nur die ersten beiden für das Halbfinale qualifizierten. Beim Versuch zu überholen wurde sie durch taktisch kluges Agieren der vor ihr liegenden Läuferinnen ausgeblockt und verpasste dadurch den Einzug ins Halbfinale. Schließlich musste sie sich mit Rang 16 zufriedengeben.
Melanie Knopf hatte es bereits im Vorlauf mit starken Läuferinnen aus Argentinien und Chile zu tun und schied aus. Auch auf der 300-m-Einzelsprintstrecke, auf der sie früher die besten Platzierungen international erreichte, vermochte sie bei diesen Titelkämpfen keinen perfekten Lauf zu zeigen und belegte den 21. Platz.
Die 1000-m-Kurzstrecke wurde nach einem anderen Modus ausgetragen. Hier qualifizierten sich jeweils die Sieger und die zwölf Zeitschnellsten der Vorläufe für das Halbfinale. Mayers Vorstellung war insgesamt zu langsam, deshalb reichte es nicht für das Halbfinale und sie wurde an Position 17 gewertet. Anders dagegen verlief der Vorlauf für Knopf, der mit Abstand der schnellste war. Sie konnte sich mit ihrem zweiten Platz souverän für die nächste Runde qualifizieren. Da diese Strecke in den letzten Jahren zu ihrer Paradestrecke avancierte, waren natürlich die Erwartungen sehr hoch.
Es schien auch alles sehr gut zu laufen, weil sie im Halbfinale dann erneut den weit schnelleren Durchgang erwischte und sich so leicht hätte für das Finale qualifizieren können. Allerdings stürzte sie eineinhalb Runden vor Schluss, als sie bei einem Überholmannöver bei einer anderen Läuferin hängen blieb. Dadurch erreichte sie dann nur den für sie enttäuschenden 14. Platz.
Im Staffelrennen wurden beide Bayreutherinnen eingesetzt, was deutlich werden ließ, dass sie für die Bundestrainer die stärksten deutschen Damen darstellten. Zusammen mit Melanie Bayrhof aus dem Allgäu kämpften sie im Vorlauf unter anderem gegen China, Taipei, Italien und Frankreich. Es sollte aber nicht für den Einzug ins Finale reichen, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass die deutschen Läufer nicht die Gelegenheit haben, so oft zusammen zu trainieren, dass sie sich für ein solches Rennen perfekt aufeinander einstellen können.
Abschließend fand der Marathon auf einem Straßenkurs statt. Dieser wurde dem Niveau einer Weltmeisterschaft eigentlich nicht gerecht, da er zum einen über Bahngleise führte, zum anderen parallel zur Strandpromenade verlief, so dass die Windböen für die Skater eine zusätzliche Belastung darstellten und einige Engstellen aufwies, die für die Massen von Läufern kaum zu bewältigen waren.
Kathrin Mayer schlug sich dennoch hervorragend und kämpfte sich durch bis zum Ende, wo sie schließlich nur mit fünf Sekunden Rückstand auf die Siegerin als 33. ins Ziel kam. Melanie Knopf musste das Rennen aufgrund ihrer Asthma-Probleme vorzeitig abbrechen.
Mit der Weltmeisterschaft wurde zugleich auch der Saisonausklang für die zwei Speedskaterinnen eingeleitet, die jetzt nur noch einige Marathon-Rennen vor sich haben.