Dienstag 14.Mai 2002


24 Läufer holten 25 Goldmedaillen

Sportlich wie organisatorisch ließen bayerische Meisterschaften beim Gastgeber BTS keine Wünsche offen

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In jeder Hinsicht markierten die internationalen bayerischen Meisterschaften auf der vereinseigenen Bahn für die TS Bayreuth einen großen Erfolg. Organisatorisch bereitete das Rekordfeld von knapp 250 Teilnehmern keine Schwierigkeiten - auch dank der guten äußeren Bedingungen zumindest am ersten Tag -, und sportlich wies die Bilanz des Gastgebers am Ende mehr Goldmedaillen (25) als Läufer (24) aus.

Damit stellten die Bayreuther die erfolgreichste bayerische Mannschaft, die neben 25 Titeln auch noch sieben Silber- und zwölf Bronzemedaillen in den Einzeldisziplinen sowie je eine Medaille aller drei Farben in den Staffelläufen. Gold holten sich in diesem Wettbewerb Harald Hertrich und Eishockey-Profi Florian Müller, der mit einer Tageslizenz teilnahm, in der Aktivenklasse.
Erfolgreichste BTS-Teilnehmer in der offenen Wertung waren Felix Fuhrmann (Schüler B), Melanie Knopf (Aktive), Harald Hertrich (Senioren 40) und Jürgen Fuhrmann (Senioren 30), die mit ihren Siegen den zweiten Platz in der Mannschaftswertung sicherten. Zum Gesamtsieg fehlte diesem Quartett lediglich ein einziger Punkt.
Noch vor der offiziellen Eröffnung mussten die bayerischen Teilnehmer bereits die Sprintstrecken absolvieren, die allerdings nicht in die Gesamtwertung eingerechnet wurden. In der Junioren- und Jugendklasse mussten teilweise wegen des großen Starterfeldes noch Vorläufe absolviert werden.
Auf Grund einer Marathon-Veranstaltung in Regensburg am Sonntag starteten die Aktiven, Junioren A und Senioren nur am ersten Wettkampftag. Der Sonntag, der schon morgens mit Regen begann, war von den Rennen und Geschicklichkeitsläufen der Nachwuchsklassen geprägt. Nachdem sich die Regenwolken verzogen hatten, konnte das komplette, sehr umfangreiche Wettkampfprogramm aber auch an diesem Tag letztlich ohne Einschränkungen durchgeführt werden. Den Schlusspunkt setzten fünf spannende Staffelläufe.

Routiniers überlegen

Bei den Senioren war die BTS durch Jürgen Fuhrmann (Altersklasse 30) und Harald Hertrich mit zwei ehemaligen Spitzenläufern vertreten. Sie ließen ihre Konkurrenz auch klar hinter sich und gewannen neben dem Gesamtsieg je zwei Goldmedaillen über 3000 m und 1000 m.
Ähnlich aussichtsreich war das Bayreuther Aufgebot bei den Aktiven mit Melanie Knopf, Kathrin Mayer und Bertram Freundl. Knopf wurde ihrer Favoritenrolle bei den Damen mit Siegen über 200 m und im 3000-m-Punkterennen gerecht, musste sich aber über 1000 m mit dem fünften Rang zufrieden geben. Hier zeigte Kathrin Mayer mit einem engagierten Endspurt, dass sie die Rollen ganz vorne haben kann. Beim Zielsprung, der mit der Videoaufzeichnung ausgewertet wurde, ging ein Raunen durch die Zuschauer.

Titel für Eishockey-Spieler

Bertram Freundls beste Platzierung war der zwölfte Platz über 1500 m, was ihm als drittbestem bayerischen Läufer ebenso wie im 300-m-Sprint die Bronzemedaille einbrachte. Florian Müller, der sich kurzfristig entschloss, die Sprintstrecken mitzulaufen, sorgte für die wohl größte Überraschung der Veranstaltung: Der Eishockey-Spieler holte sich über 200 m den bayerischen Titel und wurde immerhin über 300 m noch zweitbester Bayer. In der Gesamtwertung konnte er sich aber nicht vorne platzieren, weil er an den längeren Strecken nicht teilnahm.
Katja Ulbrich vergeudete bei den Juniorinnen B durch schlechte Renneinteilung zu viel Kraft, die ihr im Endspurt fehlte. Da sie die einzige bayerische Teilnehmerin war, war ihr zwar die Goldmedaille in allen drei Disziplinen sicher, aber auch in der Gesamtwertung hätte ein Platz auf dem Treppchen und damit ein Pokal herausspringen können. Am Ende blieb für sie der undankbare vierte Platz, was bei einem Feld von 27 Sportlerinnen allerdings immer noch beachtlich ist.
Bei der männlichen Jugend, der mit 32 Läufern zahlenmäßig stärksten Gruppe, erreichte Patrik Knopf sein bestes Ergebnis über 100 m als Sechster. Beste Platzierung für Daniel Freiberger war der 13. Rang über 3000 m. In der Bayernwertung holten aber beide auch Medaillen: P. Knopf siegte über 200, 1000 und 3000 m und wurde im Parcours Dritter, während D. Freiberger in allen vier Disziplinen den Vizetitel gewann.
Annika Strößner (Schüler A) war ebenfalls beste bayerische Teilnehmerin in drei Disziplinen (200, 500 und 1000 m), belegte aber in der Gesamtwertung den neunten Rang. Bei den männlichen Vertretern dieser Altersklasse waren die meisten bayerischen Teilnehmer am Start. Somit hatten die vier Bayreuther Christian Strömsdörfer (Erster über 500 und 1000 m), Kai Semmelmann (Erster über 200 m, Dritter über 1000 m), Maximilian Müller (Dritter über 500 m) und Jan Hertrich (keine Medaille) schwer um ihre guten Platzierungen zu kämpfen. Lediglich C. Strömsdörfer lief über 500 m und 1000 m als Dritter des großen Feldes über die Ziellinie und zeigte damit auch auf nationaler Ebene seine Stärke.
Felix Fuhrmann und Tim Pargent hatten da bei den Schülern B mehr Glück: F. Fuhrmann holte sich nicht nur in allen vier Rennen den Bayerntitel, sondern hatte auch in der Gesamtwertung den ersten Platz sicher. T. Pargent errang drei Mal die Bronzemedaille in der Bayernwertung.
In der Breitensportklasse (ohne Meisterwertung) gingen drei Väter von BTS-Skatern an den Start: Heiner Pargent, Hartmut Ulbrich und Gerhard Freiberger belegten die Plätze drei, vier und fünf. Bei den Anfängern starteten Jörn von Uslar (Zweiter und Vierter), Lukas Müller-Mahn (zwei Mal Fünfter), Lena Hertrich (Sechste und Siebte) und Stefanie Hacker (Sechste) unter den Acht- bis 14-Jährigen sowie Eva Hertrich (Siebte und Neunte) bei den Sechs- und Siebenjährigen.

Staffeln stark vertreten

Neben der Goldmedaille von Harald Hertrich und Florian Müller bei Aktiven, Junioren A und Senioren holten Patrik Knopf und Daniel Freiberger in der Staffel der Junioren B und Jugend eine Silbermedaille. Bei den Schülern A und B war die BTS gleich mit drei Staffeln vertreten: Christian Strömsdörfer und Kai Semmelmann holten den Titel, Maximilian Müller und Jan Hertrich die Bronzemedaille. Felix Fuhrmann und Tim Pargent belegten den vierten Platz innerhalb der bayerischen Wertung.