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| Etwas zu unserer Philosophie |
Unsere BTS-Handball-Philophie oder: Man muß sich Ziele setzen Kann man mit wenig Personen und Mitteln eine vernünftige Jugendarbeit leisten und das noch in einem sportlichen Umfeld, in dem Handball gegenüber anderen Sportarten ein eher stiefmütterliches Dasein fristet? Man kann, wenn auch mit vielen Hürden und Schwierigkeiten, wie das Beispiel der Bayreuther Turnerschaft erahnen läßt, wo man das alte Denken über Bord geworfen hat und drangegangen ist, entschlossen ein Konzept umzusetzen, dessen Credo lautet: Absoluter Vorrang für die Jugendarbeit! Das ist leicht gesagt, denn einen Erwachsenenbereich gibt es derzeit nicht, nachdem im Herbst 1999 eine heftige Krise die damalige sehr junge Männermannschaft und die A-Jugend in alle (nähere) Winde verstreute und damit unser Konzept ernsthaft in Frage gestellt wurde. Inzwischen sind die Sorgenfalten ein wenig geglättet, wieder drei Teams im männlichen Bereich und zwei im weiblichen Bereich im Spielbetrieb. Dazu kommen die Minis und E-Jugendlichen, eigentlich die wichtigsten Bestandteile der Jugendarbeit, denn wer hier richtig ansetzt, der erarbeitet sich den Grundstock für eine vielleicht erfolgreiche Jugendarbeit. Was man für ein Konzept brauchtAlso ein Konzept - was braucht man dazu? Nun, zunächst begeisterungsfähige und leistungsbereite Jugendliche, an denen es nicht mangelt. Dann Übungsleiter, die eigene Ideen und Vorstellungen mit vorliegenden Konzepten (DHB/BHV) zur Ausbildung jugendlicher Handballer (warum werden die eigentlich so wenig umgesetzt?) verquicken, dazu eine gehörige Portion pädagogisches Geschick, Engagement, Erfahrung und Beharrlichkeit mitbringen. Und schließlich einige Personen im Umfeld, die den Weg mitgehen, Hindernisse aus dem Weg räumen und sich auch von vielfältigen Widerständen nicht beirren lassen. Die Grundidee ist dabei ganz simpel und aus dem Volksmund bekannt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nicht der Sieg im Jugendbereich ist deshalb das Ziel, sondern das Erlernen handballerischer Fähigkeiten, sind die vorhanden, kommt auch der Sieg. Das bedeutet aber auch, jeden einzelnen Spieler trotz unterschiedlicher Fähigkeiten ernst zu nehmen, nicht nur die "Stars" und "großen Talente". Denn der nicht zu haltende, körperlich überlegene D-Jugend-Torjäger, auf den zudem das ganze Spiel zugeschnitten ist, erfährt bei aller persönlicher Förderung spätestens in der B-Jugend, daß zum Erfolg seiner Mannschaft eben auch die guten Mitspieler erforderlich sind. Und werden die nicht ebenso gefördert, wird sich auch nicht der sportliche Erfolg einstellen. Gesucht: der intuitive SpielertypEine wichtige Rolle spielt bei den BTSlern das Ziel, Spieler heranzubilden, die flexibel auf Spielsituationen reagieren, sie frühzeitig erkennen und darauf reagieren können. Der intuitive Spielertyp ist gefragt, nicht der schematisch seine Position ausfüllende Handballer. Deswegen ist es bei den BTSlern geradezu verpönt, daß Spieler frühzeitig ihre Position finden. Jeder Spieler (außer den Torhütern) sollte jede Angriffs- und Abwehrposition gespielt haben. Der "linkshändige Rückraum-Schütze" ist gut. Wenn er rechtshändig werfend von der linken Außenposition den Torwart überwindet und die Position auf Anweisung des Coaches weiter hält, ist es besser. Ist er zudem in der Lage, aus dem Spiel heraus aus der 5-1-Abwehr problemlos in die 3-2-1-Formation umzuschalten, ist er es super. Weiß er Spieler neben sich, die ebenso vielseitig einsetzbar sind, wäre das Ziel erreicht. Das nämlich wäre die (Traum)-Mannschaft, die kaum ausrechenbar ist und ihre Stärke in der Gleichmäßigkeit hätte. Das alles kann Ziel der Ausbildung sein, wenngleich schwer erreichbar. Aber eine Zielvorstellung muß da sein, eine Orientierungsmarke. Um solche Ziele zu erreichen, ist Spiel- und generell Disziplin eine wichtige und bei der BTS geforderte und geförderte Fähigkeit. Denn besteht nicht vielleicht ein Zusammenhang zwischen der Umsetzung von Anweisungen von der Trainerbank und dem pünktlichen Erscheinen zum Training, wenn dies sich auch die Trainer abverlangen? Und was die Trainingsintensität angeht gilt nach wie vor: Ohne Fleiß keinen Preis. Ab der D-Jugend ist zweimaliges Training die Woche Pflicht, ab der B-Jugend ist dreimaliges Kommen erwünscht. Gefordert: SchiedsrichterausbildungEin weiteres Element des BTS-Konzepts ist die verpflichtende Schiedsrichterausbildung, wenn die Spieler 16 geworden sind. Sie sollen ganz bewußt auch die Rolle die des oft genug kritisierten Unparteiischen kennenlernen, um so auch ihre Handlungen auf dem Spielfeld aus beiden Perspektiven besser einschätzen zu können. Daraus ist inzwischen eine BTS-Schiedsrichtergruppe entstanden, die wieder 10 junge Leute umfaßt, von denen die jüngsten erst 14 Jahre alt sind und die ältesten gerade einmal 20 - und immer wieder wird ein Jahrgang hinzuzukommen. Direkt hierher, aber auch zu dem Gesamtkonzept gehört die Auffassung der BTS-Verantwortlichen, daß für die Ausbildung des Handball- und des Schiedsrichternachwuchses nur die besten Schiedsrichter eingesetzt werden sollten. Was im Berufsleben eine Binsenweisheit ist, wird bei den Handballern viel zu wenig beachtet und ernst genommen. Daß jeder der Aktiven bereits vor der Volljährigkeit gefördert wird, wenn er Lust verspürt, sich als Übungsleiter und Betreuer zu betätigen ist ebenso ein weiterer Baustein des Konzepts. In einer kleinen Abteilung geht dies alles auch gar nicht anders, denn jedem Spieler sollte bewußt gemacht werden, daß er für das Ganze Mitverantwortung trägt und sich nicht nur eine Dienstleistung als Spieler über den Mitgliedsbeitrag erkauft. Nötig: Geduld habenGewiß, die Umsetzung des BTS-Konzepts klappt nicht von heute auf morgen, man muß die Jugendlichen auch reifen lassen, ihre Fähigkeiten unterstützen, das "Nicht-Mögliche" herausfordern und sich dann entwickeln lassen. Deswegen muß man auch Geduld mit Ihnen haben und sie nicht durch Leistungserwartungen (der Erwachsenen) wie "Ihr müßt Meister werden" überfordern und schon gar nicht durch falsche Versprechungen ("Du hast das Zeug zum XY-Liga-Spieler") in Rollen drängen, die sie noch nicht ausfüllen können. Kritisch sieht man bei der Bayreuther Turnerschaft auch die unzureichende Absicherung erfolgreicher Jugendarbeit. Die Höhe der Ausbildungskostenerstattung hält man für vollkommen unzureichend, weil sie einerseits nicht den realen Kosten entsprechen und andererseits dazu führen, daß Spieler von Vereinen eingekauft werden, die selbst die Jugendarbeit vernachlässigen oder sich einer rühmen, die in "Nachbars Garten" entstanden ist. Dadurch entsteht eine Fehlentwicklung, so meint man, weil man sich in vielen Vereinen fragt, wozu man erfolgreich Jugendarbeit betreibt, aber deren Früchte nicht ernten kann. Die Konzentration von eingekauftem Handball durch finanzstarke Vereine hält man somit bei den "Turnern" für eine bedenklich Fehlentwicklung, weil sie das Potential in der Fläche weder anreizt noch ausschöpft. Zeigt das BTS-Konzept schon Erfolge? Das läßt sich derzeit noch schlecht abschätzen, denn die Früchte jetziger Arbeit müssen nach einem Rückschlag erst noch reifen. Die schönsten Erfolge sind die Erkenntnisse, daß sich die Mannschaften weiterentwickeln. Und für die Spieler? Der Sieg natürlich, möglichst der im nächsten Spiel. |
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